FAQ zur verbrauchs­ab­hän­gigen Abrech­nung

FAQ — Häufig gestellte Fragen zur verbrauchs­ab­hän­gigen Abrech­nung

Wir helfen Ihnen und geben Antworten. In der Liste der häufig gestellten Fragen, finden Sie Antworten zu vielen Berei­chen rund um die Abrech­nung von Heizung, Warm- und Kaltwasser.

  • Welchen Zweck hat die Abrech­nung nach Verbrauch?

    Die verbrauchs­ab­hän­gige Abrech­nung trägt ganz erheb­lich zum bewussten Energie- und Wasser­ver­brauch und damit zum Klima­schutz bei. Unter­su­chungen zeigen, dass alleine durch das Vorhan­den­sein von Messge­räten, Einspa­rungen zwischen 20 % und 25% möglich sind. Nur wenn der Verbrauch gemessen wird, gehen wir sparsam mit den Ressourcen um. Pauschale Vertei­lungen fördern dagegen Verschwen­dung. Die verbrauchs­ab­hän­gige Abrech­nung ist eine der günstigsten Möglich­keiten der Energie- und Kosten­er­sparnis und in der Heizkos­ten­ver­ord­nung verbind­lich vorge­schrieben.

  • Wo gibt es Regeln für die verbrauchs­ab­hän­gige Abrech­nung?

    Die “Verord­nung über die verbrauchs­ab­hän­gige Heiz- und Warmwas­ser­kos­ten­ab­rech­nung” wurde im Jahr 1981 einge­führt und war eine Folge des Energie­ein­spa­rungs­ge­setzes und den Energie­krisen aus den 1970er Jahren. Sie wurde 1984, 1989 und 2008 novel­liert und stellt die recht­liche Grund­lage und das Regel­werk zur Durch­füh­rung der jährli­chen Wärme­kos­ten­ab­rech­nung dar. In der Heizkos­ten­ver­ord­nung ist geregelt, dass in zentral beheizten Mehrfa­mi­li­en­häu­sern eine Abrech­nung nach Verbrauch zu erfolgen hat und wie abzurechnen ist.

  • Ist eine Kaltwas­ser­ab­rech­nung vorge­schrieben?

    Zur Messung des Kaltwas­ser­ver­brauchs besteht für Bestands­ge­bäude nicht in allen Bundes­län­dern eine gesetz­liche Verpflich­tung. In Neubauten schreiben die Länder­bau­ord­nungen jedoch im Regel­fall seit Mitte der 1990er-Jahre die Abrech­nung von Kaltwas­ser­kosten nach Verbrauch vor. Dennoch ist heute auch in der überwie­genden Zahl der vor den 1990er-Jahren erbauten Gebäude der Kaltwas­ser­ver­brauch zu messen. Das ist eine sinnvolle Maßnahme zur Verbrauchs­sen­kung bei stetig steigenden Wasser­kosten

  • Was sind Heizkos­ten­ver­teiler?

    Heizkos­ten­ver­teiler gibt es in Europa seit den 1920er Jahren. Die Geräte wurden technisch immer weiter­ent­wi­ckelt und sind eine preis­werte Möglich­keit der gerechten Kosten­ver­tei­lung. Ihr Einsatz sorgt in Millionen Haushalten für sparsamen Verbrauch. Heizkos­ten­ver­teiler gibt es nach dem Verduns­tungs­prinzip und mit elektro­ni­scher Messwert­erfas­sung. Die Geräte werden direkt am Heizkörper montiert und nehmen dort die Wärme­ab­gabe als Verduns­tung einer Flüssig­keit auf oder erfassen den Verbrauch elektro­nisch.

  • Gibt es techni­sche Regeln für Heizkos­ten­ver­teiler?

    Techni­sche Vorschriften zum Aufbau von Heizkos­ten­ver­tei­lern nach dem Verduns­tungs­prinzip und elektro­ni­schen Heizkos­ten­ver­tei­lern stehen in den Europäi­schen Normen EN 834 und EN 835. Alle in Deutsch­land einge­setzten Erfas­sungs­ge­räte sind gemäß den deutschen und europäi­schen Bestim­mungen und Zulas­sungs­normen geprüft und nach § 5 der HKVO zugelassen.

  • Welche Skalen­sys­teme gibt es bei Heizkos­ten­ver­tei­lern?

    Bei Heizkos­ten­ver­tei­lern gibt es zwei Skalen­sys­teme: Bei Einheits­skalen hat jeder Heizkos­ten­ver­teiler die gleiche Skale bzw. bei elektro­ni­schen Heizkos­ten­ver­tei­lern die gleiche Codier­stufe. Die Anzei­ge­werte sind mit den jeweils ermit­telten Bewer­tungs­fak­toren des Heizkör­pers zu multi­pli­zieren. Der Bewer­tungs­faktor ist von der Heizleis­tung des Heizkör­pers, dem Heizkör­pertyp und der Monta­geart abhängig und wird typischer­weise auf der Abrech­nung ausge­druckt. Die Summe der so ermit­telten Werte findet sich als Verbrauchs­ein­heiten in der Abrech­nung wieder. Bei Produkt­skalen gehen die abgele­senen Verbrauchs­werte ohne Umrech­nung in die Heizkosten­abrechnung ein. Die Summe aller Ablese­werte findet sich in der Abrech­nung wieder

  • Warum gibt es manchmal zwei Heizkos­ten­ver­teiler an einem Heizkörper?

    Bei größeren Heizkör­pern werden wegen der unglei­chen Wärme­ver­tei­lung im Heizkörper meistens zwei Heizkos­ten­ver­teiler einge­setzt. Heizkosten werden deshalb nicht doppelt bezahlt. Die Bewer­tung der Heizleis­tung des Heizkör­pers erfolgt in diesen Fällen für jeden Heizkos­ten­ver­teiler nur zur Hälfte, so dass die Summe beider Bewer­tungs­fak­toren der Heizleis­tung des Heizkör­pers entspricht.

  • Können Badewan­nen­kon­vek­toren mit Heizkos­ten­ver­tei­lern ausge­stattet werden?

    Heizkörper hinter Badewan­nen­schürzen in innen liegenden Bädern können aus techni­schen Gründen nicht, bzw. nur sehr bedingt mit Heizkos­ten­ver­tei­lern ausge­stattet werden. Der Wärme­stau hinter der Verklei­dung und heißes Badewasser können die Verbrauchs­an­zeige beein­flussen. Der Verbrauch wird in diesen Fällen im Regel­fall geschätzt.

  • Welche Messge­räte müssen geeicht sein?

    Warmwas­ser­zähler und Wärme­zähler müssen alle fünf Jahre und Kaltwas­ser­zähler alle sechs Jahre geeicht werden. Heizkos­ten­ver­teiler nach dem Verduns­tungs­prinzip und elektro­ni­sche Heizkos­ten­ver­teiler gehören zu den “nicht eichpflich­tigen Messhilfs­ver­fahren” und unter­liegen keiner Eichpflicht. Für die Einhal­tung der Eichpflicht ist der Besitzer der Messge­räte verant­wort­lich, also der Hausbe­sitzer oder Wohnungs­ei­gen­tümer. Die Jahres­zahl auf der Plombe bzw. Klebe­marke zeigt das Jahr der letzten Eichung, bei manchem Hersteller auch den Ablauf der Eichung. Bei Messge­räten, die nach den Vorschriften der europäi­schen Messge­rä­te­richt­linie in Verkehr gebracht werden, ersetzt ein CE M Zeichen die natio­nale Eichmarke. Das „M“ steht dabei für Metro­logie. Auch für diese Messge­räte gelten ohne Einschrän­kung die natio­nalen Eichgül­tig­keits­dauern.

  • Kann man auf Messge­räte verzichten und einzelne Werte durch Diffe­renz­mes­sungen ermit­teln?

    In kleineren Gebäuden wird aus Kosten­gründen gelegent­lich auf eine vollstän­dige Ausstat­tung mit Messge­räten verzichtet. Man geht davon aus, dass es doch möglich sein muss, anhand des Verbrauchs eines Haupt­zäh­lers, abzüg­lich des Verbrauchs aller Unter­zähler, auf eine Diffe­renz für den Verbrau­cher mit fehlenden Geräten zu kommen. Das ist im Prinzip richtig, in der Praxis aber nicht zugelassen. Der BGH hat 2008 bestä­tigt, dass jede Nutzer­gruppe über einen eigenen Wärme­zähler verfügen muss. Die Erfas­sung durch Messge­räte erfolgt mit Toleranzen inner­halb der techni­schen Normen. Diese Toleranzen gehen bei Diffe­renz­be­rech­nungen zu Lasten des Bewoh­ners, der die Diffe­renz tragen soll. Das führt zu Ungerech­tig­keiten bei der Verbrauchs­ab­rech­nung.

  • Was ist unter einer Funkab­le­sung zu verstehen?

    Heizkos­ten­ver­teiler, Wasser- und Wärme­zähler können neben der tradi­tio­nellen Ablesung durch einen Service­mit­ar­beiter des Messdienstes seit den 1990er-Jahren auch per Funk ausge­lesen werden, sofern die Messge­räte mit einer Funkschnitt­stelle ausge­rüstet sind. Bei Funksys­temen ist kein Betreten der Wohnung erfor­der­lich. Die Funkab­le­sung erfolgt entweder mit mobilen Empfangs­ge­räten von außer­halb der Wohnung oder mit im Treppen­haus montierten Funk-Datensammlern. Verduns­tungs­heiz­kos­ten­ver­teiler können nicht per Funk abgelesen werden.

  • Wie werden Messge­räte abgelesen?

    Bei Heizkos­ten­ver­tei­lern nach dem Verduns­tungs­prinzip wird der Flüssig­keits­spiegel idealer­weise in Augen­höhe abgelesen. Der Einhei­ten­an­teil ergibt sich aus dem Stand der Messflüs­sig­keit im Vergleich zur vorhan­denen Skale. Elektro­ni­sche Heizkos­ten­ver­teiler, Wärme- und Wasser­zähler zeigen die Verbrauchs­werte meistens über ein LC-Display (LCD) oder ein Rollen­zähl­werk an.

  • Wie kann der Verbrauch kontrol­liert werden?

    Bei Ablesungen in der Wohnung ist Wohnungs­ei­gen­tü­mern und Mietern eine Kontroll­ab­le­sung ihrer Messge­räte zu empfehlen, einfach um sicher zu gehen und spätere Irrita­tionen zu vermeiden. Falschab­le­sungen sind aufgrund verschie­dener Siche­rungs­maß­nahmen recht unwahr­schein­lich. Bei modernen elektro­ni­schen Heizkos­ten­ver­tei­lern wird der Verbrauch im Gerät gespei­chert und kann inner­halb von zwölf Monaten weiterhin ausge­lesen werden. Bei Verduns­tungs­heiz­kos­ten­ver­tei­lern sichern einige Abrech­nungs­un­ter­nehmen zu Kontroll­zwe­cken die Vorjah­res­am­pulle im Gerät.

  • Kann schon bei der Ablesung gesagt werden, welche Kosten zu bezahlen sind?

    Zum Zeitpunkt der Ablesung können bei keinem Gerätetyp schon Angaben über die Höhe der zu erwar­tenden Kosten gemacht werden. Für die Heiz- und Wasser­kos­ten­ab­rech­nung sind weitere techni­sche Daten, die zu vertei­lenden Energie- und Wasser­kosten, sowie die Auswer­tung der Ablesungen aller Nutzer notwendig. Ableser können deshalb über die Höhe der Abrech­nung keine Auskunft geben.

  • Warum wechselt die Farbe der Verduns­ter­flüs­sig­keit jährlich?

    Bei Heizkos­ten­ver­tei­lern nach dem Verduns­tungs­prinzip wechselt die Farbe der Ampul­len­flüs­sig­keit zu Kontroll­zwe­cken jährlich. So kann beispiels­weise erkannt werden, wenn eine Vorjah­res­am­pulle verse­hent­lich nicht ausge­tauscht wurde. Die Einfär­bung hat übrigens keinen Einfluss auf die Verduns­tungs­cha­rak­te­ristik.

  • Ist die Flüssig­keit bei Verduns­t­er­ge­räten gefähr­lich?

    Bei Heizkos­ten­ver­tei­lern nach dem Verduns­tungs­prinzip werden nur zugelas­sene Messflüs­sig­keiten einge­setzt, die bei sachge­mäßer Verwen­dung völlig unbedenk­lich sind. Bei der Verduns­ter­flüs­sig­keit Methyl­ben­zoat handelt es sich z. B. um einen aroma­ti­schen Ester, der auch in der Natur vorkommt und der zur Seifen­par­fü­mie­rung und auch als Aroma­stoff in Lebens­mit­teln zugelassen ist.

  • Was ist unter Kaltver­duns­tung zu verstehen?

    Bei Verduns­tungs­heiz­kos­ten­ver­tei­lern tritt physi­ka­lisch bedingt eine Kaltver­duns­tung auf. Darunter ist die Verduns­tung von Messflüs­sig­keit bei Raumtem­pe­ratur zu verstehen, ohne eine Wärme­ab­gabe des Heizkör­pers. Um die typischer­weise heizfreie Sommer­zeit zu überbrü­cken, werden die Ampullen über den Nullpunkt mit Flüssig­keit überfüllt. Nach der Europäi­schen Norm EN 835 für Heizkos­ten­ver­teiler nach dem Verduns­tungs­prinzip ist eine Flüssig­keits­über­fül­lung für mindes­tens 120 heizfreie Tage bei 20 °C Raumtem­pe­ratur vorzu­sehen. In wärmeren Sommern kann es gelegent­lich vorkommen, dass an unbenutzten Heizkör­pern ein Verbrauch angezeigt wird. Weil das aber in allen Wohnungen der Fall ist, ergibt sich daraus für den Einzelnen kein Nachteil. Elektro­ni­sche Heizkos­ten­ver­teiler in Ein- oder Mehrfüh­ler­aus­füh­rung haben technisch definierte Start­kri­te­rien und zeigen bei Fremd­wärme keinen Verbrauch an.

  • Wie kann Warmwasser gemessen werden?

    Ein Warmwas­ser­ver­brauch muss nach den Vorgaben der Heizkos­ten­ver­ord­nung gemessen werden. Zulässig und geeignet sind dafür nur geeichte Warmwas­ser­zähler. Gelegent­lich noch vorhan­dene Warmwas­ser­kos­ten­ver­teiler sind ein Messsystem aus den 1970er Jahren. Bis Ende des Jahres 2013 läuft die Einsatz­frist von Warmwas­ser­kos­ten­ver­tei­lern aus.

  • Was sind Wärme­zähler?

    Wärme­zähler sind die Erfas­sungs­ge­räte für Wärme­en­ergie, die den Verbrauch in physi­ka­li­schen Einheiten messen. Die Anzeige erfolgt in Kilowatt­stunden (kWh) bzw. Megawatt­stunden (MWh). Wärme­zähler gehören zu den eichpflich­tigen Messge­räten und müssen im Abstand von fünf Jahren ausge­tauscht bzw. nachge­eicht werden. Zur Verbrauchs­be­rech­nung werden Tempe­ra­tur­fühler im Vor- und Rücklauf des Heizkreises zusammen mit einem Volumen­mess­gerät einge­setzt.

  • Sind Messge­räte manipu­lierbar?

    Messge­räte für Heizung und Wasser sind durch entspre­chende Siche­rungen vor unbefugten Eingriffen geschützt. Manipu­la­ti­ons­ver­suche sind strafbar und können nach § 263 des Straf­ge­setz­buchs als Betrug bzw. versuchter Betrug geahndet werden. Entgegen einer weit verbrei­teten Meinung führen alle Manipu­la­ti­ons­ver­suche an Verduns­tungs­heiz­kos­ten­ver­tei­lern zu erhöhten Verbrauchs­an­zeigen. Elektro­ni­sche Heizkos­ten­ver­teiler erkennen Versuche einer äußeren Beein­flus­sung und zeigen Fehler­mel­dungen an. Es gibt keine Manipu­la­ti­ons­mög­lich­keiten, mit denen die Verbrauchs­an­zeige gesenkt werden kann.

  • Warum gibt es Messdif­fe­renzen zwischen Haupt- und Unter­zäh­lern?

    So erstre­bens­wert absolute Genau­ig­keit auch ist, so wenig ist sie mit wirtschaft­lich vertret­barem Aufwand tatsäch­lich erreichbar. Vor allem bei Wasser- und Wärme­zäh­lern sind Messdif­fe­renzen zwischen dem Ergebnis eines Haupt­zäh­lers und der Summe aller Wohnungs­zähler nicht vermeidbar. Weil diese Messdif­fe­renzen aber in allen Wohnungen auftreten, ergibt sich aufgrund der relativen Kosten­ver­tei­lung im Ergebnis kein Nachteil für einen Einzelnen.

  • Wie erfolgen Anmel­dungen zur Ablesung?

    Anmel­dungen zur Ablesung der Messge­räte erfolgen in der Regel durch Aushang im Objekt oder durch Postkar­ten­be­nach­rich­ti­gungen. Der von der Arbeits­ge­mein­schaft Heiz- und Wasser­kos­ten­ver­tei­lung e.V. empfoh­lene Richt­wert für den Anmel­de­zeit­raum liegt bei zehn Tagen vorher.

  • In welcher Reihen­folge werden Ablesungen vorge­nommen?

    Die Ablesung der Messge­räte inner­halb eines Gebäudes erfolgt bei den meisten Messdienst­un­ter­nehmen von unten nach oben, auf dem Stock­werk von links nach rechts und inner­halb der Wohnung ebenfalls von links nach rechts. Das hat seinen guten Grund: In der gleichen Reihen­folge wurden die Messge­räte auch montiert. Die Reihen­folge der abzule­senden Geräte auf dem Ablese­auf­trag ist genau so angeordnet. Der Service­mit­ar­beiter findet die Geräte schnell auf und muss nicht unnötig lange danach suchen.

  • Was tun, wenn man zur Ablesung nicht da sein kann?

    Können Wohnungs­ei­gen­tümer oder Mieter an dem für das Gebäude festge­legten Ablesetag nicht anwesend sein, empfiehlt es sich, einem Nachbarn, dem Hausmeister oder dem Hausver­walter den Wohnungs­schlüssel zu überlassen. Zusätz­liche Anfahrten des Messdienstes verur­sa­chen Kosten, die nicht in den Standard­ge­bühren enthalten sind. Bei Messaus­stat­tungen mit Funk ist kein Betreten der Wohnung erfor­der­lich. Man muss als Wohnungs­ei­gen­tümer oder Mieter also nicht für eine Ablesung zuhause bleiben.

  • Was bedeutet Stich­tags­ab­le­sung?

    Bei elektro­ni­schen Messge­räten sorgt die Stich­tags­ab­le­sung für einen einheit­li­chen Ablese­zeit­punkt im ganzen Gebäude. Zu einem definierten Datum — beispiels­weise dem 31. Dezember jeden Jahres um 0:00 Uhr — schreiben die Messge­räte den aktuellen Zähler­stand in einen Vorjah­res­spei­cher und beginnen mit einer neuen Zählung für das nächste Abrech­nungs­jahr. Damit kann der Verbrauchs­wert auch noch Monate später festge­stellt und nachkon­trol­liert werden.

  • Können die Heizkosten gleich nach der Ablesung genannt werden?

    Bei Heizkos­ten­ver­tei­lern ist es technisch bedingt nicht möglich, schon während der Ablesung zu sagen, welche Heizkosten entstanden sind. Der Preis einer Verbrauchs­ein­heit ist nicht jedes Jahr gleich, sondern von Energie­preisen und Witte­rungs­be­din­gungen abhängig. Zudem kann beson­ders bei Heizkos­ten­ver­tei­lern nach dem Verduns­tungs­prinzip die Gesamt­an­zahl der Verbrauchs­ein­heiten von Jahr zu Jahr schwanken. Erst nach Auswer­tung aller Ablese­er­geb­nisse eines Gebäudes steht der Kosten­an­teil einer Wohnung fest.

  • Können bei Nutzer­wechsel auch Selbst­ab­le­sungen vorge­nommen werden?

    Bei einem Wohnungs­wechsel ist auch eine Selbst­ab­le­sung der Heizkos­ten­ver­teiler und Wasser­zähler möglich. Empfeh­lens­wert ist eine gemein­same Ablesung durch den Aus- und Einzie­henden oder zusammen mit dem Hausbe­sitzer oder Verwalter als Zeugen (z. B. bei der Wohnungs­ab­nahme). Das Ablese­er­gebnis sollte schrift­lich festge­halten werden. Jahres­haupt­ab­le­sungen können aber vor allem bei Verduns­tungs­heiz­kos­ten­ver­tei­lern wegen des Ampul­len­wech­sels und dem Plomben­tausch nur von den Mitar­bei­tern des Messdienstes vorge­nommen werden.

  • Bei welchen Geräten ist eine Zwischen­ab­le­sung bei Nutzer­wechsel zu empfehlen?

    Bei Wohnungs­wechsel sollte eine Zwischen­ab­le­sung vorge­nommen werden, um den Verbrauch zwischen vorigem und neuem Wohnungs­nutzer aufzu­teilen. Elektro­ni­sche Heizkos­ten­ver­teiler, Wasser­zähler und Wärme­zähler können bei Nutzer­wech­seln immer abgelesen werden. Bei Verduns­tungs­heiz­kos­ten­ver­tei­lern ist wegen der techni­schen Beson­der­heiten dieses Geräte­typs oft von einer Zwischen­ab­le­sung abzuraten und statt­dessen eine Trennung nach Gradtag­zahlen zu empfehlen. Bei Zwischen­ab­le­sungen werden die Ampullen von Verduns­tungs­heiz­kos­ten­ver­tei­lern nicht gewech­selt, sondern nur die Verbrauchs­ein­heiten festge­stellt.

  • Warum bekommt man nach einer Zwischen­ab­le­sung keine Abrech­nung?

    Eine Heizkosten­abrechnung ist mit einer Zwischen­ab­le­sung nicht sofort möglich. Dazu werden die Energie- und Neben­kosten des Gebäudes für das ganze Jahr und die Ablesungen aller Wohnungen benötigt. Die Abrech­nung eines ausge­zo­genen Mieters kann deshalb erst mit der nächsten Gesamt­ab­rech­nung für das ganze Gebäude erstellt werden. Der Hausbe­sitzer ist aller­dings dazu berech­tigt, von dem auszie­henden Mieter eine angemes­sene Voraus­zah­lung zu verlangen.

  • Wie und in welchen Fällen wird ein Verbrauch geschätzt?

    Nach den Vorgaben der Heizkos­ten­ver­ord­nung ist der Verbrauch zu schätzen, wenn eine Ablesung nicht möglich war oder wenn Messge­räte defekt waren. Nach zwei vergeb­li­chen Ablese­ver­su­chen ist eine Einschät­zung des Verbrauchs zulässig, die entweder nach vergleich­baren Räumen oder dem prozen­tualen Vorjah­res­an­teil erfolgt. Besteht darüber hinaus bei Verduns­tungs­heiz­kos­ten­ver­tei­lern keine Möglich­keit, vor Beginn der nächsten Abrech­nungs­pe­riode neue Ampullen einzu­setzen, muss auch in der Folge­ab­rech­nung geschätzt werden.

  • Darf man eigen­mächtig Heizkörper entfernen?

    Wenn Heizkörper stören, dauer­haft verbaut sind oder wenn sich Verbrauchs­an­zeigen daran ergeben, die man künftig vermeiden möchte, denkt so mancher gerne an eine Demon­tage der Heizkörper. Weil dabei hydrau­li­sche Probleme an der Heizan­lage entstehen können, sollte immer ein Heizungs­fach­mann damit betraut werden. Zu bedenken ist auch, dass es einem Mieter ohne Zustim­mung des Vermie­ters nicht erlaubt ist, Heizkörper auszu­bauen. Selbst ein Wohnungs­ei­gen­tümer benötigt dafür die Zustim­mung der Wohnungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft, sofern sich die Heizkörper im Gemein­schafts­ei­gentum befinden.

  • Wie lang ist ein Abrech­nungs­zeit­raum?

    Der Abrech­nungs­zeit­raum beträgt in der Regel zwölf Monate. Ob er im Sommer oder im Winter beginnt und endet, wird vom Gebäu­de­ei­gen­tümer festge­legt. Der Abrech­nungs­zeit­raum kann aus organi­sa­to­ri­schen Gründen um einige Tage vom Ablese­zeit­raum der Messge­räte abwei­chen. Das Mietrecht verlangt einen höchs­tens 12-monatigen Abrech­nungs­zeit­raum. Bei elektro­ni­schen Geräten, die den Stichtag speichern, wird der Verbrauchs­wert zum festge­legten Stichtag festge­halten.

  • Welche Kosten sind umlage­fähig?

    Welche Kosten­arten in der Heiz- und Warmwas­ser­kos­ten­ab­rech­nung umlage­fähig sind, regelt die Heizkos­ten­ver­ord­nung in § 7 für Heizung und in § 8 für Warmwasser. Grund­sätz­lich sind das die aufge­wen­deten Energie- bzw. Brenn­stoff­kosten, aber auch regel­mäßig entste­hende Neben­kosten, die beim Betrieb der Heizan­lage entstehen. Typisch dafür sind Kosten des Betriebs­stromes, Wartungs­kosten, Kosten der Immis­si­ons­mes­sung, Mietkosten für Erfas­sungs­ge­räte und Abrech­nungs­kosten.

  • Wozu gibt es Grund­kosten in der Abrech­nung?

    Zwischen 30 und 50 % der Heiz- und Warmwas­ser­kosten eines Gebäudes werden nach einem festen Schlüssel auf die Nutzer verteilt, dies ist in der HKVO so vorge­schrieben. Grund­kosten dienen zur Deckung von Wärme­ver­lusten der Verteil­lei­tungen, der Bereit­stel­lung von Wärme sowie der Fixkosten der Heizan­lage, die auch ohne indivi­du­elle Wärme- oder Warmwas­ser­ab­nahme entstehen. Mit Grund­kosten wird auch ein gewisser Ausgleich für wärme­tech­nisch benach­tei­ligte Wohnlagen geschaffen, der beispiels­weise bei Dachwoh­nungen mit erhöhtem Heizbe­darf besteht. Auch für leer stehende Wohnungen sind deshalb mindes­tens Grund­kosten abzurechnen. Als Grund­kos­ten­an­teile werden typischer­weise die Wohn- oder Nutzfläche in Quadrat­me­tern verwendet. Zulässig und zweck­mäßig sind auch Kubik­meter Raumin­halte, wenn es im Gebäude unter­schied­liche Raumhöhen gibt.

  • Was sind Verbrauchs­kosten?

    Der mit Mess- oder Erfas­sungs­ge­räten ermit­telte und abgerech­nete Verbrauch in einer Abrech­nung wird Verbrauchs­kosten genannt. Diesen Anteil kann der Nutzer durch sein eigenes Verhalten erheb­lich beein­flussen. Im Gegen­satz dazu werden mit Grund­kosten die nicht durch eigenen Verbrauch beein­fluss­baren Fixkosten der Heizan­lage umgelegt.

  • Sind Voraus­zah­lungen gesetz­lich vorge­schrieben?

    Der Betreiber einer Heizan­lage wird im Regel­fall und bei mietver­trag­li­cher Verein­ba­rung von den angeschlos­senen Verbrau­chern monat­liche Abschlags­zah­lungen verlangen, um damit die laufenden Energiebezugs- und Betriebs­kosten zu finan­zieren. Mit der endgül­tigen Heizkosten­abrechnung nach Verbrauch werden die geleis­teten Voraus­zah­lungen dann verrechnet, woraus sich entweder ein Guthaben oder eine Nachzah­lung ergibt. Es gibt keine gesetz­liche Regelung zu Voraus­zah­lungen.

  • Was sind Gradtag­zahlen?

    Bei Nutzer­wechsel inner­halb der Abrech­nungs­pe­riode werden für die Auftei­lung der Grund­kosten für Heizung sogenannte Gradtag­zahlen nach VDI 2067 bzw. DIN 4713 verwendet. Liegt keine Zwischen­ab­le­sung vor, werden auch Verbrauchs­kosten für Heizung nach Gradtag­zahlen aufge­teilt. Gradtag­zahlen sind das Maß für den jährli­chen Wärme­be­darf und sie gewichten die Monate nach ihrer Heizin­ten­sität. So hat beispiels­weise der Januar einen Anteil von 17 % des Jahres­heiz­be­darfs, der Mai dagegen nur 4 %. Eine zeitan­tei­lige Trennung ist für Heizkosten nicht zu empfehlen, weil im Winter mehr geheizt wird als im Sommer.

  • Haben exponierte Wohnlagen einen höheren Verbrauch?

    Wohnungen im Dachge­schoss und Wohnungen mit größeren Außen­wand­flä­chen haben einen bis zu 40 % höheren Wärme­ver­brauch als geschützte Wohnungen in Mittel­lage. Dieser unver­meid­liche wärme­tech­ni­sche Nachteil ist physi­ka­lisch bedingt und wird durch eine Abrech­nung nach Verbrauch verdeut­licht. Weil typischer­weise ein Teil der Heizkosten über die Grund­kosten nach Fläche abgerechnet wird, ist dieser Nachteil im besten Fall bis zur Hälfte gemil­dert. Wärme­tech­nisch benach­tei­lige Wohnlagen dürfen laut Heizkos­ten­ver­ord­nung nicht durch Gutschriften im Rahmen der Heizkosten­abrechnung entlastet werden.

  • Warum sind für leer stehende Wohnungen Heizkosten zu bezahlen?

    Für leer stehende Wohnungen werden zumin­dest Grund­kosten für Heizung und Warmwasser abgerechnet. Das führt bei Hausbe­sit­zern zwar immer wieder zur Verär­ge­rung, ist aber so in der Heizkos­ten­ver­ord­nung geregelt und technisch zu erklären. Bis zu 50 % der Wärme­kosten eines Gebäudes haben nichts mit dem indivi­du­ellen Verbrauch zu tun und werden deshalb nach Wohn- oder Nutzfläche auf alle Teilnehmer der Heizan­lage verteilt. Auch leer stehende Wohnungen haben deshalb Kosten zu tragen. Oftmals werden Wohnungen während des Leerstands auch renoviert und wenigs­tens zur Frost­schutz­si­che­rung beheizt, was die Abrech­nung von Verbrauchs­kosten ebenfalls recht­fer­tigt.

  • Wie sind Verbrauchs­un­ter­schiede zwischen den Bewoh­nern zu erklären?

    Starke Verbrauchs­un­ter­schiede in der Heizkosten­abrechnung inner­halb eines Gebäudes sind möglich und kommen immer wieder vor. Maßgeb­lich ist dafür das eigene Verbrauchs­ver­halten und da unter­scheiden sich Menschen doch sehr stark vonein­ander. Die Höhe der Heizkosten wird auch von der Wohnlage im Gebäude und teilweise sogar vom nachbar­li­chen Heizver­halten mitbe­stimmt.

  • Wie kann man Heizkosten sparen?

    • Räume nicht überheizen. Eine Senkung der Raumtem­pe­ratur um ein Grad Celsius spart rund sechs Prozent Heizkosten.
    • Zum Lüften sollten gegen­über­lie­gende Fenster mehrmals täglich kurzzeitig voll geöffnet werden. Dauer­haft gekippte Fenster kühlen die Räume nur aus und sind beson­ders energie­ver­schwen­dend, weil klassi­sche Thermo­stat­ven­tile bei Kaltluft­ein­fall aufgrund der Frost­schutz­si­che­rung das Ventil öffnen und nicht schließen.


    • Abends die Thermo­stat­ven­tile niedriger einstellen. Eine Vollbe­hei­zung ist nur in Nutzungs­zeiten sinnvoll. Elektro­ni­sche Thermo­stat­ven­tile übernehmen die Tempe­ra­tur­sen­kung bei entspre­chender Einstel­lung automa­tisch. Werden abends die Rollläden geschlossen, erhöht sich die Dämmwir­kung des Fensters und Heizkosten werden gespart.


    • Lange Vorhänge oder Möbel vor den Heizkör­pern führen zu einem Wärme­stau. Die Wärme­ab­gabe in den Raum reduziert sich. Die gestaute Wärme kann unter bestimmten Umständen auch zu einer erhöhten Verbrauchs­an­zeige führen. Heizkörper sollten deshalb im Winter immer freige­halten werden.


    • Bei längerer Abwesen­heit, z.B. im Urlaub, sollten Räume nicht gänzlich auskühlen. Mögliche Frost­schäden und mehr Energie­ver­brauch zur Aufhei­zung sind die Folge.

  • In welchen Monaten muss geheizt werden?

    Wenn es einzelnen Bewoh­nern zu kalt ist, wird gerne über die Heizpflicht gestritten. Grund­sätz­lich muss der Gebäu­de­ei­gen­tümer die Heizan­lage während der gesamten Heizpe­riode in Betrieb halten. Gibt es keine mietver­trag­liche Verein­ba­rung, werden als Heizpe­riode die sieben Monate vom 1. Oktober bis 30. April angenommen. Die meisten Gerichte vertreten die Meinung, dass der Mieter tagsüber eine Raumtem­pe­ratur von mindes­tens 20 °C — auch im Sommer — erwarten darf.

  • Wie lange muss man am Abend heizen können?

    Moderne Heizan­lagen haben eine automa­ti­sche Nacht­ab­sen­kung, die aber nicht so niedrig einge­stellt sein darf, dass weniger als 15- 17 °C während der Nacht in den Wohnungen zu errei­chen sind. Strittig ist aber immer noch die Zeit der Nacht­ab­sen­kung. Früher wurden von den Gerichten Zeiträume von 22 bis 6 Uhr genannt. Die Lebens­be­din­gungen haben sich geändert und man bleibt heute oft länger auf. Deshalb wird inzwi­schen die Zeit zwischen 24 bis 6 Uhr als angemessen für die Nacht­ab­sen­kung der zentralen Heizan­lage betrachtet.

  • Wie warm muss es in der Wohnung mindes­tens werden?

    Weniger als 18 °C Raumtem­pe­ratur sind dauer­haft unzumutbar, selbst wenn dies im Mietver­trag verein­bart sein sollte. Die überwie­gende Zahl der Gerichte billigt Mietern eine Raumtem­pe­ratur von 20 bis 22 °C während des Tages zu. Kontroll­mes­sungen der Raumtem­pe­ra­turen sind in der Mitte des Raumes in 1,5 m Höhe vorzu­nehmen und nicht an der Wand, die je nach Lage verfälschte Ergeb­nisse bringen kann.

  • Was tun bei Luft im Heizkörper?

    Wenn ein Heizkörper seltsame Geräu­sche von sich gibt und es gluckert, wird er auch meistens nicht mehr richtig warm, da sich dann oft noch Luft im Heizkörper befindet. Das Entlüften des Heizkör­pers verhin­dert, dass sich die Heizleis­tung reduziert und somit die Verbrauchs­er­fas­sung fehler­haft werden kann. Hilft das Ablassen der Luft an den Heizkör­pern der eigenen Wohnung nicht weiter, ist eine Prüfung und Einstel­lung der Gesamt­an­lage durch einen Heizungs­fach­mann erfor­der­lich.